Centro Austriaco Mexiko

Freundschaftsroute: kulturelles Geschenk für Mexiko 1968

Als Gastgeber der Olympischen Sommerspiele 1968 war Mexiko bestrebt, diese große Tradition der Begegnung von Kulturen und Nationen aufrechtzuerhalten. Dies führte zur Schaffung eines außergewöhnlichen Kulturprojekts, der “Ruta de la Amistad” (Freundschaftsroute), einer bemerkenswerten Verbindung von Sport und Kunst.

Die Konzeption der Freundschaftsroute

Um die internationale Kameradschaft zu fördern und die universelle Sprache der Kunst zum Ausdruck zu bringen, wurde die Freundschaftsroute als monumentale Skulpturenstraße in Mexiko-Stadt konzipiert. Dieses ehrgeizige Projekt wurde von Mathias Goeritz konzipiert und von dem renommierten mexikanischen Architekten und Stadtplaner Pedro Ramirez Vazquez, dem damaligen Leiter des Organisationskomitees der 19. Olympischen Spiele, zusammen mit dem Sekretär, dem Architekten Manuel Suarez y Suarez, gefördert.

Die Route der Freundschaft sollte die verschiedenen künstlerischen Perspektiven aus aller Welt zusammenführen und die globale Einheit symbolisieren, die dem Geist der Olympischen Spiele zugrunde liegt.

Mathias Goeritz und die Freundschaftsroute

Eine Schlüsselfigur an der Spitze der Friendship Route war Mathias Goeritz, ein deutsch-mexikanischer Künstler und Architekt, der für seinen abstrakten und experimentellen Ansatz in der Kunst bekannt ist. Als künstlerischer Leiter des Projekts war Goeritz maßgeblich an der Konzeption und Umsetzung der Vision der Friendship Route beteiligt. Sein Glaube an eine “emotionale Architektur” – die Idee, dass Gebäude und Räume Emotionen und Spiritualität hervorrufen und nicht nur funktionalen Zwecken dienen sollten – beeinflusste die Ausrichtung des Projekts maßgeblich.

Goeritz setzte sich für den gemeinschaftlichen Charakter des Projekts ein und kümmerte sich um die Logistik des Aufbaus und der Aufstellung der verschiedenen Skulpturen. Er nahm Kontakt zu internationalen Künstlern auf, wählte die künstlerischen Stile aus und sorgte dafür, dass jedes Stück dem Gesamtkonzept von Einheit und Freundschaft entsprach. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Friendship Route von einer ehrgeizigen Idee zu einer greifbaren Verkörperung des olympischen Geistes und zu einer kraftvollen Manifestation der internationalen künstlerischen Zusammenarbeit. Er war maßgeblich an der Gestaltung dieses Projekts beteiligt und hinterließ ein bleibendes kulturelles Erbe der Olympischen Sommerspiele 1968.

Beteiligung und Repräsentation

Im Rahmen des Projekts wurden 19 Länder eingeladen, jeweils eine große Skulptur für die Strecke beizusteuern. Jede Skulptur sollte von einem bedeutenden Künstler des jeweiligen Landes geschaffen werden, sodass die Route ein reiches und vielfältiges Spektrum an künstlerischen Stilen und Ausdrucksformen aufweist.

Als Vertreter Österreichs wurde der Künstler Herbert Bayer ausgewählt. Sein Werk war ein wichtiger Beitrag zur Freundschaftsroute. Bayer war bekannt für seine Fähigkeit, Form und Inhalt in seinen Skulpturen zu vereinen und Kunstwerke zu schaffen, die sowohl visuell ansprechend als auch ausdrucksstark sind.

Bayers Beitrag: Die Gelenkmauer

Freundschaftsroute - Ruta de la Amistad

Das Werk, das Bayer für die Friendship Route schuf, war die “Gelenkmauer”, eine imposante 18 Meter hohe gelbe Skulptur. Diese mächtige Struktur wurde aus mehreren Abschnitten großer Betonblöcke gebaut, die in einer Abfolge gestapelt wurden, was dem Bauwerk einen Eindruck von Bewegung und Dynamik verleiht.

Die Gelenkmauer war mehr als nur ein visuelles Meisterwerk: Sie hatte eine wichtige symbolische Bedeutung. Die einzelnen Teile standen für die verschiedenen Nationen, die an den Olympischen Spielen teilnahmen, und ihre Verbindung untereinander symbolisierte die Einheit und Kameradschaft zwischen diesen Nationen. Jeder einzelne Teil trug zum Ganzen bei, so wie jede einzelne Nation zur globalen Gemeinschaft beiträgt.

Die Gelenkmauer ist nach wie vor eines der bekanntesten und berühmtesten Werke der Friendship Route. Ihre beträchtliche Größe und ihre lebendige Farbe machen sie zu einem visuellen Wahrzeichen, und ihre symbolische Bedeutung verleiht ihrer physischen Form zusätzliche Tiefe.

Das Vermächtnis der Freundschaftsroute

Mehr als fünf Jahrzehnte später ist die Route der Freundschaft immer noch ein Zeugnis für das kulturelle Erbe der Olympischen Spiele von 1968. Trotz des Fortschreitens der Zeit und des städtischen Wachstums erinnern die Route und insbesondere die Bayer-Gelenkmauer weiterhin an die Einheit und Freundschaft, die die Olympischen Spiele zwischen den Nationen fördern sollen.

Die Freundschaftsroute bleibt ein internationales Symbol für die verbindende Kraft von Kunst, Kultur und Sport. Sie bewahrt den olympischen Geist, dass wir trotz unserer unterschiedlichen Herkunft und Nationen alle eine gemeinsame Menschlichkeit teilen – eine Botschaft, die heute noch genauso aktuell ist wie 1968.

Centro Austriaco vista a Muro Articulado
Georg Lackner, Carlos Dieter, Nella Hengstler, Fernando Pérez und die Botschafterin Elisabeth Kehrer

Die Österreichische Botschaft und das Centro Austriaco Mexiko zur Rettung der Gelenkmauer

Am Samstag, den 15. Juli, begleiteten die österreichische Botschafterin in Mexiko, Dr. Elisabeth Kehrer, und die Kandelsrätin Nella Hengstler, Georg Lackner und Carlos Dieter vom Centro Austriaco Mexiko auf eine Tour über die Freundschaftroute. Sie besuchten die Gelenkmauer, um sich über ihren Zustand und den Bedarf an Restaurierung und Erhaltung zu informieren.

Das Centro Austriaco Mexiko hat gemeinsam mit der Österreichischen Botschaft ein Projekt zum Schutz der Gelenkmauer und ein ökologisches Projekt zur Wiederherstellung des Vulkangebietes, in dem sich diese 18 Meter hohe Skulptur befindet, die ein Vermächtnis Österreichs in Mexiko ist, gestartet.

In Kürze werden wir Ihnen mehr über den Umfang dieses Projekts mitteilen, das in erster Linie den Schutz dieses österreichischen und mexikanischen Erbes zum Ziel hat. Angesichts seiner einzigartigen Lage in Mitte von Insurgentes und Periferico besteht das zweite Ziel darin, die endemische Flora und Fauna der Vulkanlandschaft von Cuicuilco auf den rund 5.000 Quadratmetern, die die Gelenkmauer umgeben, wiederherzustellen.

Beteiligen Sie sich an diesem Projekt.

Teile es mit Deinen Freunden!

Facebook
Twitter
LinkedIn
WhatsApp
Email

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.